15.07.2011

Die Geburt von Google+ verblüfft

Erfolg von Google+ basiert auf bewährter Google-Vision ...

Die Geburt von Google+ verblüfft

Erfolg von Google+ basiert auf bewährter Google-Vision

 

Die Geburt von Google+ verblüfft

Wie eine „meditative Einfachheit“ erscheint Google+ im Vergleich zu Facebook. Das war schon das Erfolgsrezept von Googles Suchmaschine im Kampf gegen Giganten wie Yahoo und Altavista, als erst wenige an Google geglaubt haben. Dennoch ein Siegeszug: Der Nutzer wird in dem unterstützt, was er machen will. Keine Mauern (Konto-Zwang), kein Erdrücken mit ungewollter Werbung und Apps. Das Motto: „Mach in Ruhe, was du machen willst, und wir helfen dabei.“ Bleibt zu hoffen, dass Google+ dieser Philosophie auch nach der Testphase weiter treu bleibt. Dann hat es nicht nur gute Überlebenschancen, sondern kann Facebooks Spam- und Werbewelt empfindlich schwächen. Viele zweifeln daran. Das hatten wir schon einmal.

 

Schon wieder eine neue Social Media Plattform...“

Google+ ist nicht irgendein neues Produkt. Es scheint innovativ, durchdacht und bietet einen zusätzlichen Nutzen im täglichen Leben. Die andere Seite der Medaille: Schon wieder ein neues Social Media Netzwerk – als ob man nicht schon genug davon hätte. So ähnlich stöhnen Millionen von Nutzern. Ergo: Nur die besten Plattformen setzen sich durch. Google+ hat gute Chancen.

 

Nach langer Durststrecke Wind in die Segel

Nachdem Google Buzz und Orkut auf mässiges Interesse gestossen waren, und Google Wave leider wieder eingestellt wurde, freut sich Google+ über steigende Aufmerksamkeit in der Social Media Welt. Eine Umfrage in t3n.de zeigt: 75 Prozent der Leser dieses Technik- und webaffinen Magazins machen Google+ zum bevorzugten Social Network.

 

Ein Blick in die Zukunft

Der Trend ist klar: Einen Flop wie bei Google Buzz und Wave erwarten bei Google+ nur wenige. Die Mehrheit glaubt langfristig an ein Nebeneinander von Google+, Facebook und Twitter.

 

Ein Google-Mitarbeiter, Dave Besbris, erklärt, warum Google+ nur langsam wachsen soll, und Google daher die Zahl der Nutzer derzeit noch drosseln möchte. Er nennt dafür zwei gute Gründe: Erstens soll die Plattform schnell und zuverlässig bleiben; und zweitens sollen nur wenige Nutzer an initialen Bugs leiden.

 

Die Gerüchte um die wahre Zahl an Nutzern von Google+ ändern sich aufgrund des rasanten Wachstums täglich. Die Schätzungen schwanken irgendwo zwischen 1 Million und über 10 Millionen. In Anbetracht der Tatsache, dass es nicht jedem offen steht, sind alle diese Zahlen ein beachtenswerter Erfolg.

 

Spiel der Giganten läuft zögerlich an

Aber selbst wenn die Benutzerführung und Technik dahinter hervorragend sind, hat Facebook immer noch einen Vorsprung von mehreren Jahren. Millionen Nutzer haben dort Kontakte, Fotos und andere Infos gespeichert. Bisher lässt Google+ das Importieren von Freunden zu.

 

Eine spannende Frage ist, ob der Facebook Friend Exporter legal ist. Facebook hat jedenfalls mit der Einführung eines Buttons reagiert, über den man Googlemail-Kontakte herunterladen und in Facebook importieren kann. Schlag auf Schlag.

 

Gut angekommen ist in Google+ vor allem auch das Konzept der Kreise, in denen sich Freunde gruppieren lassen. Facebook Entwickler haben sie kurzerhand nachgebaut. Die Giganten schauen mit Adleraugen aufeinander und bewachen sich auf Schritt und Tritt. Das Spiel läuft zögerlich an, aber stets auf hohem Niveau, denn der Wett-Einsatz ist hoch.

 

Was haben die Nutzer davon?

Hinter den innovativen „Kreisen“ in Google+ steckt einiges an praktischer Innovation. Der Nutzer kann darin selbst Gruppen definieren, auf die er seine Kontakte verteilt. Das futuristische daran ist vor allem die nutzerfreundliche und intuitive Art und Weise, wie man das mit „Drag & Drop“ machen kann. Facebook bietet nämlich eine ähnliche Funktion, versteckt diese aber hinter dem kleinen „Vorhängeschloss-Icon“. Auch darin kann man festlegen, was mit wem geteilt wird. Aber wer weiss schon davon? So teilen Facebook-Nutzer standardmässig meist alles mit allen. Bei Google+ ist das anders: Online-Freunde müssen von vornherein in Kreise sortiert werden (sie sehen nicht, in welche Kreise sie eingeteilt wurden) – das geht schnell und einfach. Die Kontakte selbst holt Google aus „Google Contacts“.

 

Eine persönliche Empfehl-Maschine namens „Sparks“ bietet einen steten Strom neuer Inhalte zu bestimmten Themen, die man abonnieren kann.

 

Ein weiterer Vorteil von Google+ ist, dass alle im Google Netz sind, ohne dort gezwungen zu werden, Mitglied zu werden. Es können also auch Freunde bei Google+ in einen Kreis hinzugefügt werden, die kein Google-Konto haben. Per e-Mail bekommen diese Freunde dann einen Link zugeschickt, wo sie Nachrichten, Links und Fotos sehen können.

 

Kein Überschwemmen mit Werbung, Spam und Apps

Eines der grössten Plus bei Google+ ist aber wohl, dass man dort nicht mit Apps, Spam und Werbung überschwemmt wird, - wie u.a. bei Facebook. Zumindest die Testversion von Google+ wirkt aufgeräumt und klar. Bleibt zu hoffen, dass Google+ hier dem Negativ-Beispiel von Facebook nicht folgt und dem Nutzer auch weiterhin mehr Ruhe gönnt.

 

Ausblick hinter den Kulissen: Google startet neues Foto-Netzwerk

Mit photovine.com hat Google ausserdem ohne grosses Medien-Trara ein neues soziales Netzwerk rund um Fotos gestartet. Nach dem Motto „plant a photo, watch it grow“ verfolgt die ebenfalls vorerst noch geschlossene Beta-Plattform das Ziel, Nutzer mehr Spass rundum Fotos mit Freunden zu bieten, und ihre eigene Welt zu teilen. Es geht dabei vor allem um das möglichst einfache Teilen von Schnappschüssen mit Smartphones. Obwohl bisher nichts auf eine Integration mit Google+ hindeutet, liegt der mögliche Nutzen von photovine sprichwörtlich auf der Hand. „ Silicon Alley Insider “ berichtet, es handle sich dabei um ein Projekt der Firma Slide, die Google letztes Jahr aufgekauft hat.

 

Die Allmacht Googles: "Don't be evil ..."

Was heute viele fürchten, ist nicht dieses Baby namens Google+. Es ist auch nicht der Riese Google-Suche. Wovor viele Angst haben, ist die Allmacht des gesamten Konzerns Google, der zunehmend viele Bereiche in unserem Alltag bestimmt. Von Google Street-View über Gmail bis zu Google+. Bleibt zu hoffen, dass Google den zentralen Satz am Anfang seines "Code of Conduct" auch in Zukunft Ernst nimmt: "Don't be evil".